Aktuelles aus der Heikendörper Speeldeel

„Verleeft, verlööft, verloorn!“ ab 10. März

IMAG0611Das Ensemble v. l.: Ralph Eckelmann (Regie), Sylvia Glismann, Gisela Lemke, Reiner Fock, Martina Kussin, Cathrin Vöge, Gerhard Schöler und Jutta Hanke.

„Verleeft, verlööft, verloorn!“ – so lautet der Titel des kommenden Stückes der Heikendörper Speeldeel. Karten gibt es im Pressezentrum Heikendorf in der Passage am Schmiedeplatz oder können hier online unter „Kontakt“ reserviert werden. Premiere ist am 10. März in der Aula der Grund- und Gemeinschaftsschule Heikendorf am Schulredder. Bis zum 29. April sind insgesamt 14 Aufführungen angesetzt.

Was tun, wenn man Karriere machen möchte, aber einen Chef hat, der von seinen Angestellten erwartet, dass sie in einem intakten und sittsamen Ehestand leben, man aber nur die „wilde Ehe“ praktiziert? Wenn sich dieser Chef nebst Gattin zu allem Überfluss auch noch zum abendlichen Essensbesuch anmeldet, die Freundin nicht die Ehefrau „spielen“ möchte und wütend die Wohnung verlässt, scheint das Chaos perfekt…
In der Komödie aus der Feder des Engländers Edward Taylor, die von Arnold Preuß ins Plattdeutsche übersetzt wurde, geht es um den Börsianer Jan Weber (gespielt von Reiner Fock). Dieser erwartet seinen Chef Willy von Gröben (Gerhard Schöler) nebst dessen Gattin Nadine (Sylvia Glismann/Jutta Hanke) zum Abendessen. Jan erhofft sich von diesem Treffen eine Beförderung in der Firma. Allerdings muss er seinem Chef, ein Mann mit höchst moralischer Einstellung, eine Ehefrau präsentieren. Dumm nur, dass Jan mit Helene Förster (Martina Kussin) seit Jahren „nur“ in wilder Ehe lebt. Helene, die Jan längst wirklich heiraten möchte, weigert sich, diese infame Komödie mitzuspielen und verlässt wutentbrannt die Wohnung. Was tun? Der Besuchstermin rückt näher und sämtliche Verflossenen lehnen es ab, Jans Ehefrau zu spielen. Auch Jans Sekretärin Gerri Pringel (Cathrin Vöge), die ihm zwar helfen will, aber keine Zeit hat, muss ihm einen Korb geben. Da tritt schließlich die Putzfrau Erna Dobermann (Gisela Lemke) auf den Plan und die Irrungen und Wirrungen nehmen ihren Lauf als das Ehepaar von Gröben erscheint…
Mit Cathrin Vöge, die Jans Sekretärin Gerri Pringel spielt, begrüßt die Heikendörper Speeldeel ein neues Mitglied in ihrem Schauspieler-Ensemble. Die 26-jährige aus der Probstei wird in diesem Stück erstmalig auf der Bühne eines Amateurtheaters auftreten.

Trauer um Walter Schütt

Die Heikendörper Speeldeel trauert um ihren ehemaligen Schauspielkollegen Walter Schütt. Er verstarb am 12. Januar 2017 nach schwerer Krankheit.

Walter Schütt (2)Schütt begann mit der Amateurschauspielerei auf der Heikendorfer Bühne im Jahr 1975 in dem Stück „Minsch sien mutt de Minsch“. Seinen vorerst letzten Auftritt hatte er dort 1986 in „Een Mann mit Charakter“ bevor er eine längere Pause von der Schauspielerei einlegte. Später trat er den Laboer Lachmöwen bei und stellte dort sein darstellerisches Können in mehreren Stücken unter Beweis. Ein paar Jahre nachdem er die Laboer Bühne verlassen hatte, zog es ihn 2014 für ein kurzes Comeback zurück zu seinen Wurzeln in die Heikendörper Speeldeel. Hier überzeugte er in der sozialkritischen Komödie „Fischerstraat 15“ als schrulliger Mieter Herbert Fritzel. Im darauffolgenden Jahr freute er sich, als er von der Niederdeutschen Bühne Kiel das Angebot erhielt, im Stück „Smucke Deern“ (Pretty Woman) einen windigen Advokaten zu spielen. Hiernach verabschiedete sich Schütt endgültig von der Schauspielerei.

Wir verlieren mit Walter Schütt einen humorvollen, lebenslustigen und engagierten Bühnenkollegen, in dessen Gegenwart es sich als Bühnenpartner stets angenehm spielen ließ. Mit seinem gesten- und mimenreichen Spiel sowie seiner komödiantischen Ader hatte er beim Publikum die Lacher stets auf seiner Seite. Wir werden ihn vermissen und ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Das Mitgefühl der Heikendörper Speeldeel gilt seiner Familie. Und wir werden uns wohl noch oft an seine Worte aus „Fischerstraat 15“ erinnern, die ebenso lustig wie wahr sind: „Ik laat mi in’t Stadtparlament wählen, dor binnen sitten noch ganz annere Piepenköpp as ik een bün!“ Tschüß, Walter!